Finchen war der letzte meiner "Gäste", die ich nicht selbst vermitteln konnte.

Sie wurde in einem erbärmlichen Zustand im Tierheim Patras/Griechenland entdeckt. Als die Tierschützerin Maria sie fand, lag sie teilnahmeslos im Schmutz auf dem Betonboden und rührte sich nicht. Zu diesem Zeitpunkt war sie erst ca. 1 Jahr alt.

     

Sie hat Finchen sofort dort herausgeholt und einem Tierarzt vorgestellt. Dort wurde sie für ihre Ausreise nach Deutschland vorbereitet und anschließend in einer privaten Pflegestelle untergebracht.

  

Finchen war traumatisiert. Sobald man sich ihr näherte oder sie auf den Arm nahm, machte sie sich steif und ließ alles einfach nur über sich ergehen.     

  

  

Glücklicherweise hat sich sehr schnell eine Interessentin in Deutschland für das arme Mädchen finden können, so dass ihre Ausreise über die Tierfreunde Patras für den 27.08.2009 konkret geplant werden konnte. Der Flug war gebucht, da ist die Interessentin aus nicht näher definierten Gründen ein paar Tage vor der geplanten Reise wieder abgesprungen.

Ich war zu diesem Zeitpunkt schon als Pflegestelle für Joli geplant, die ja zwei Tage vor Finchen nach Deutschland reisen sollte.

Jetzt hatte Finchen es schon so weit geschafft und alles sollte kurz vor dem Ziel noch scheitern??? Da habe ich in Absprache mit den Tierschutzkollegen beschlossen, erst einmal beide aufnzunehmen in der Hoffnung, dass die aufgeschlossene und unkomplizierte Joli rasch ein Zuhause finden würde.

Finchen bei einem griechischen Frisör kurz vor ihrer Ausreise

   

In Deutschland angekommen, wusste Finchen mit sich und ihrer Umwelt so rein gar nichts anzufangen. Die ersten Tage hat sie mehr oder weniger abgeschirmt im Schlafzimmer verbracht, um dort erst einmal zur Ruhe zu kommen. Sie hat sich wenig bewegt, Annäherungen wie auch in Griechenland lediglich über sich ergehen lassen. Fressen wollte sie nur, wenn niemand ihr dabei zuschauen konnte. Nachts, wenn alles ruhig war, ist sie dann doch schon mal auf Erkundungstour gegangen.

Nach ein paar Tagen Ruhe hat sie ihr Lager dann doch in das Wohnzimmer verlegt und konnte so an unserem täglichen Leben als auch dem der anderen Hunde teilhaben. Ihre Angst vor Männern war allerdings riesengroß.  

Lediglich im Garten ist sie aufgetaut. Dort hat sie voller Interesse alles erkundet und ist wie ein kleiner Flummi durch die Gegend gesprungen.

Eines Tages, mehere Wochen nach ihrer Ankunft in Deutschland hat sie beschlossen, den "Hebel" im Kopf umzuschalten. Sie sprang plötzlich von der Couch und lief ganz alleine in den Garten, zurück durch die komplette Wohnung, was sie sich die ganze Zeit zuvor nicht getraut hatte. Auch die Rute bewegte sich plötzlich wie von Geisterhand!

Endlich war sie da - die Lebensfreude, die wir uns alle so sehr gewünscht hatten.

Das Glück war vollkommen, als sich eine ältere Dame aus Norddeutschland meldete, die ihr ein Zuhause schenken wollte. Frau B. aus Schleswig-Holstein hatte bereits mehrere Hunde aus dem Tierschutz, als sie auf Finchen aufmerksam wurde.

Wir haben dann relativ rasch über eine befreundete Organisation eine Mitfahrgelegenheit von Dortmund nach Hamburg finden können. Am 16.10.2009 hat Finchen ihre große Reise angetreten. In Hamburg hat sie dann für eine Nacht Unterschlupf bei einer weiteren Tierschützerin gefunden, bis sie am nächsten Tag von ihrem neuen Frauchen in ihr neues Zuhause begleitet wurde.

Dort hat sich Finchen zu einer wahren Prinsessin entwickelt und ist der Sonnenschein ihres Frauchens. Sie hat ihren Platz in dem kleinen Rudel sehr schnell gefunden und lebt jetzt das Leben, was sie so lange entbehren musste und sich redlich verdient hat. 

Finchen in ihrem neuen Zuhause

  

  

  

Update 09.01.2018

Auch von Finchen haben wir neue Bilder erhalten - auch sie genießt ihr Leben...

Weihnachten 2017 - Finchen

Weihnachten 2017 - Finchen

Weihnachten 2017 - Finchen

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