Babsy war einer meiner "Gäste", die ich nur vorübergehend in Pflege hatte und somit aus den unterschiedlichsten Gründen nicht selbst vermitteln konnte.

Mitte Juni 2007 - ich wartete zu der Zeit gerade auf Tessa, meine erste Hündin aus dem Ausland - da bekam ich einen Anruf von der Organisation Vergessene Pfoten e.V.. Der Sohn einer älteren Dame, die plötzlich ins Koma gefallen war, hatte sich an diese Organisation gewandt und um Hilfe gebeten.

Es ging um die kleine Babsy, die bis dahin von ihrem Frauchen liebevoll versorgt wurde und nun aufgrund des Unglücks mehrere Stunden alleine in der Wohnung zubringen musste. Der Sohn hatte sein Möglichstes getan, neben seiner Mutter auch noch die kleine Hündin zu versorgen. Nachdem sich allerdings die Nachbarn über Babsy's Bellen und Jaulen beschwerten, sah er keine andere Möglichkeit, als sich um eine neue Bleibe für den Hund seiner Mutter zu bemühen.

Wir trafen uns am 17.06.2007 am Düsseldorfer Hauptbahnhof und es fiel ihm sichtlich schwer, die kleine Maus abzugeben, ihm standen beim Abschied regelrecht die Tränen in den Augen.

Babsy litt an Epilepsie, die Anfälle waren aber laut Auskunft des Sohnes eher unregelmäßig und selten. Nachdem sie tierärztlich untersucht wurde, musste sie lediglich einmal täglich ein Medikament bekommen, um die Anfälle zu unterdrücken. Für den Notfall hatte ich ein Zäpfchen zuhause.

Eines Tages, wir kamen gerade von einem entspannten Waldspaziergang zurück, bekam sie leider ohne ersichtlichen Anlass und ohne Vorwarnung einen Anfall. Es war schrecklich - sie zuckte am ganzen Körper, rollte mit den Augen und japste nach Luft. Ich gab ihr sofort das Zäpfchen und daraufhin ging der Anfall rasch vorbei, auch wenn es mir noch wie Stunden vorkam. Danach war sie total erschöpft und hat für den Rest des Abends ihr Körbchen nicht mehr verlassen.

Leider musste Babsy am 06.07.2007 in ihre Ersatz-Pflegestelle umziehen, da ich schon Monate zuvor zugesagt hatte, die kleine Tessa aus Italien bei mir aufzunehmen.

Es hat aufgrund ihrer Krankheit noch einige Monate gedauert, bis sie eine neue Familie gefunden hat. Nun lebt sie bei einem älteren Herrn, der sich nicht vor ihrer Krankheit gefürchtet hat und sie liebevoll umsorgt. Der Sohn ihres ehemaligen Frauchens hat sich übrings auch in den Wochen nach unserem Treffen bis zu ihrer endgültigen Vermittlung immer wieder nach Babsy erkundigt.

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